Lernt Französisch! Und was ist los in den Schulen?
Als wir Niklas Záboji einluden, wollten wir mit ihm über den kritischen Rückgang des Sprachunterrichts in Deutschland und Frankreich sprechen. Angesichts der Revolte der Schülerinnen und Schüler in Frankreich erweitert sich unser Thema, und wir wollen auch diskutieren, was in den Schulen los ist.
Französisch- und Deutschunterricht verschwindet aus den Schulen – allen Lippenbekenntnissen der Politik zum Trotz. Jahr für Jahr erlernen immer weniger Mädchen und Jungen die Sprache ihrer Nachbarn. Der Aachener Vertrag ist Papier.
Mit Verve hielt Niklas Zaboji in einem Kommentar der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kürzlich dagegen: „Lernt Französisch!“ lautet sein Appell. In seinem Plädoyer erinnerte er daran, dass Frankreich noch immer einer der wichtigsten deutschen Handelspartner ist und als solcher an Bedeutung gewinnt. Alle Beziehungen, auch wirtschaftliche, brauchen Vertrauen. Nichts aber dokumentiere ernsthaftes Interesse so wie das Bemühen, sich in der Sprache des Partners auszudrücken.
Wir wollen mit ihm diskutieren: Wie kam es zu der Situation, in der wir sind? Spielen auch psychologische Gründe eine Rolle? Wie kann verhindert werden, dass französische, bzw. deutsche Sprachkenntnisse ein Privileg schwindender Eliten werden? Und was hat der französische Staat gegenüber seinen jungen Menschen versäumt, und hat er die Kraft umzusteuern?
Ein Abend für alle, die sich Frankreich verbunden fühlen und sich Gedanken um die Zukunft machen.
Das Gespräch leitet Ulrike Dotzer, Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft Cluny.
